Ich-AG gründen
Die Gründung einer Ich-AG wurde im Jahr 2003 als ein Mittel eingeführt,
mit dem die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit aus der
Arbeitslosigkeit möglich wurde. Dabei wurde den Gründungswilligen ein
sogenannter Existenzgründerzuschuss gezahlt, der vorerst von der
Bundesagentur für Arbeit für 12 Monate bewilligt wurde. Insgesamt
konnten Gründer einer Ich-AG maximal für drei Jahre gefördert werden.Die Zuschüsse, die den Existenzgründern gezahlt wurden, waren gestaffelt. So gab es im ersten Jahr, nach dem die Arbeitslosigkeit durch die Gründung einer Ich-AG beendigt wurde, jeden Monat 600 Euro Zuschuss, im darauffolgenden Jahr 360 Euro und im dritten Jahr jeden Monat 240 Euro. Die maximale Gesamtförderung belief sich auf 14.400 Euro. Sämtliche Zuschüsse, die die Bundesagentur für Arbeit gezahlt hatte, unterlagen steuerrechtlich nicht dem Progressionsvorbehalt und konnten als steuerfreie Einnahmen verwendet werden.
Für die Ich-AG gab es spezielle gesetzliche Regelungen, an die sich die Existenzgründer halten mussten. Es bestand weiterhin eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, während sich bei der Krankenversicherung der Existenzgründer selbst entscheiden konnte, ob er sich privat versichert oder als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bleibt. Wer sich in Form einer Ich-AG selbständig gemacht und die Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch genommen hatte, durfte in Zeiten der Förderung – also in den ersten drei Jahren ab Gründungszeitpunkt – nicht mehr als 25.000 Euro Gewinn machen. Wer schon innerhalb der ersten drei Jahre dieses Limit überschritten hatte, verlor den Anspruch auf die Zahlung weiterer Fördermittel.
Das Modell der Ich-AG konnte allerdings nur bis zum 01.07.2006 beantragt werden, seitdem wurde als neues Instrument der Förderung der Gründungszuschuss eingeführt. Alle bestehenden Förderungen zur Ich-AG wurden aber weitergeführt, sodass per 30.06.2009 die letzten Förderungen der Ich-AG beendet sind.
Die Ich-AG war ein viel kritisiertes Instrumentarium, um Menschen aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit zu bringen. Mithilfe der Ich-AG haben sich viele Menschen selbständig machen können, die vom Intellekt her eher weniger geeignet schienen, mit der Selbständigkeit erfolgreich zu sein. Aber Studien zeigen, dass es nicht das Schlechteste war, denn bis zum jetzigen Zeitpunkt sind mehr als 75 Prozent der so erfolgten Gründungen erfolgreich geblieben. Und immerhin gab es im Zeitraum von 2003 bis 2006 immerhin 400.000 Ich-AGs.